Heute gebe ich einen kurzen Abriss zum Reiz der Patina im
Bereich »Historische
Baustoffe«. Dieser Begriff ist nicht nur bei der
Beschreibung von gealterten Oberflächen, Metallen,
Gebrauchsgegenständen, Kunstobjekten und Antiquitäten
verbreitet, sondern auch im Umgang mit historischen Baustoffen,
Häusern, Gärten, sogar bis hin zu Städten und
Landschaften.
Es gibt zu diesem Thema das Standardwerk von Thomas Brachert, das
die Patina von der künstlerisch-restauratorischen und
geschichtlich-denkmalpflegerischen Seite beleuchtet. Dabei
stehen Gemälde, Skulpturen, Farben, Metalle mit dem Nutzen und
Nachteil ihrer Restaurierung im Vordergrund. Jüngeren Datums
ist die fachübergreifende Themensammlung Patina, die von Rolf
Toyka herausgegeben wurde und sich dem Patinaphänomen mit der
Zielsetzung nähert, die Akzeptanz von sichtbaren
Alterungsprozessen in vielen gesellschaftlichen Bereichen zu
analysieren. Hierzu gehören moderne Architektur, Bauwesen und
Denkmalpflege genauso wie Geschichte, Design, Kunst, Mode und
Kosmetikindustrie.
Im Band »Vom Reiz der
Patina« aus dem Verlag Edition :anderweit wird ein
anderer, mehr handwerk- und baustofforientierter Weg
eingeschlagen.
In weiteren Artikeln gebe ich einen Überblick über
Definitionen der Patina und deren gesellschaftlicher Akzeptanz von
der Antike bis zur Neuzeit. Es werden Patinierungsprozesse bei
verschiedenen Oberflächen, Materialien, Baustoffen und
Architekturdetails beschrieben und in ihrem Spannungsfeld
zwischen Schönheit und Verfall zur Diskussion gestellt. Auf
die vielen Fragen der Restaurierung und der modernen Methoden der
Schadenskartierung und Schadensbehebung kann in diesen Artikeln nur
ansatzweise Stellung genommen werden. Abschließend geht es um
die Balance von Patinabildern sowie um die Frage, warum in der
heutigen Gesellschaft der Patina in allen ihren Facetten,
insbesondere bei Gegenständen der Alltagskultur mit ihren
Gebrauchsspuren, so viel Bedeutung beigemessen wird.
Mila Schrader
Schau doch auch mal hier:
Bolg für
Historische Baustoffe
